Exkursion zum Europäisches Parlament

Exkursion des PoWi-Lks zum Europäischen Parlament nach Straßburg

Von Frau Hundt

Wie ein Bumerang wirkt der elliptische Gebäudeflügel des EU-Parlaments in Straßburg; er schmiegt sich sanft an den Uferbogen, wo sich der kleine Fluss Ill und der Rhein-Marne-Kanal kreuzen. Dahinter erhebt sich ein Turm, so dass das Parlamentsgebäude schon von weitem zu sehen ist. Herzstück des europäischen Parlamentssitz ist jedoch der hölzerne Plenarsaal, in dem 736 Abgeordnete und fast ebenso viele Zuschauer und Zuschauerinnen auf Balkonen Platz finden können: In stilisierter Form findet man die im Kreis angeordneten Sitzreihen dann entsprechend auch auf dem Logo des europäischen Parlaments wieder.

Am Mittwoch vergangener Woche gehörten zu den vielen politisch interessierten Besuchern auf den Tribünen auch die Schüler und Schülerinnen des PoWi-Leistungskurses von Frau Will. Begleitet wurden sie von unserem Schulleiter Herrn Guss.

Nach einer „strengen Eingangskontrolle wie am Flughafen“, erzählt Vincent Dürr aus der Q2-e - der sichtlich von den erhöhten Sicherheitsvorkehrungen nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt im Dezember beeindruckt ist - betreten sie dann endlich das Gebäude. Überrascht werden sie dann immer wieder von dessen Architektur und seinem Wechselspiel an Form oder Material.

Entsprechend zeigen sich auch Vincents Mitschüler Rhea und Lukas von der Großzügigkeit und der Helligkeit des Gebäudes beeindruckt. Kein Schatten, erzählen die zukünftigen Abiturienten weiter, solle im Plenarsaal zu sehen sein, alles solle offen und vor allem eben transparent wirken – ein Ort von hoher symbolischer Bedeutung.

Gemeinsam mit Schulleiter Rainer Guss reisten die Oberstufenschüler und -schülerinnen in die beschauliche Stadt im Elsass, um den hessischen EU-Abgeordneten Michael Gahler zu treffen und ihn mit ihren Fragen auf Herz und Nieren zu prüfen. Mehr als eine Stunde Zeit hatte sich Gahler (CDU) genommen und sich offen den vielfältigen Fragen der Jugendlichen gestellt. Dabei beantwortete er die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer gemeinsamen europäischen Armee genauso wie die Frage nach dem Brexit oder schilderte offen seinen Alltag als Abgeordneter. Begeistert zeigte sich Gahler vor allem angesichts der hervorragenden Vorbereitung unseres Leistungskurses, so dass er am Ende der offiziellen Zeit, als sich die nächste Besuchertruppe schon wieder vor der Tür drängte, noch mit der Gruppe ins Bistro des Parlamentsgebäudes umzog. Lachend motivierte er den Kurs, sich nach dem Abitur auch einmal um einen Praktikumsplatz zu bewerben – vor 20 Jahren nämlich, erzählte Gahler, begleitete er eine Praktikantin, die, auch einmal Blut geleckt, heute in Straßburg tätig ist. 

Besonders informativ war für viele jedoch der Besuch des Plenarsaals. Dort wurden die Schüler Augenzeugen der strengen Abläufe und Regularien. Anders als in der Schule verfügt jeder Abgeordnete über eine klar definierte Redezeit, läuft diese ab, gibt es ein rotes Signal, ist die Zeit vorbei, entzieht der EU-Parlamentsvorsitzende den Rednern radikal das Rederecht, selbst wenn das mitten im Satz ist.

Am Ende des Besuchs bleibt, so Vincent, „der Traum von einem Europa, das wirklich vereint ist und auch einer Welt ohne Grenzen.“ Für Schulleiter Guss hingegen vor allem das „Feuerwerk der Fragen“ seitens seiner Schüler. „Es ist unerlässlich, dass die Schüler praktisch erfahren, was sie theoretisch gelernt haben“, betont Guss. Klar, dass er die Besuche außerschulischer Lernorte gerne unterstützt und angesichts des Engagements seiner Lehrkräfte voll des Lobes ist. Die Exkursion nach Straßburg nämlich ist nur eine von vielen mit lieb gewordener Tradition. Hier erhalten unsere Lernenden immer wieder die Möglichkeit, den schulischen Schreibtisch gegen die direkte Begegnung einzutauschen.

Auf der Rückfahrt nach Wiesbaden, beim letzten Blick aus dem Fenster, rundet sich das Bild des Kurses ab: Am Horizont nämlich schickt das Straßburger Münster einen letzten (Abschieds-)Gruß weit über das Land.

Leibnizschule Exkursion Europaeisches Parlament 2019
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