Vive la France

Leibnizschüler fahren im Rahmen unseres Schulaustauschs nach Lyon

Ein Reisetegabuch von Felix Deger

Dienstag, den 2. April

Nach Wochen der Vorbereitung war es endlich so weit. Mit Koffern rollte unsere Gruppe Richtung Dürerplatz. Von dort nahmen wir einen Bus zum Hauptbahnhof. Von dort ging es dann zum Hauptbahnhof Frankfurt. Dort nahmen wir den TGV und mussten zusehen, was wir in den nächsten sechs Stunden der Reise machen. Wir nahmen das Spiel „Werwolf“ mit und spielten es gemeinsam als große Gruppe. Auf dem Weg kamen wir an den folgenden Städten vorbei: Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden, Mulhouse, Belfort-Montbéliard, Besançon Châlon-sur-Saône und dann endlich: Lyon! Wären wir noch zwei Stunden länger sitzen geblieben, hätten wir im sonnigen Marseille Urlaub gemacht. Naja, vielleicht nächstes Mal. 

Wir kamen am Abend in Lyon an und unsere Austauschfamilien warteten schon auf uns. Beim Abendessen haben wir noch ein bisschen über die Reise geredet und schon war der erste und schwierigste Abend geschafft!

Mittwoch, den 3. April

Wir hatten ein gemeinsames Frühstück mit unseren „corres“, unseren Austauschpartnern in der Schule, die uns dann auch gezeigt wurde. Danach wurden wir in französische Klassen verteilt, ich kam in die 4°6. In Frankreich zählt man die Klassen rückwärts. Auch haben die Franzosen keine 7a, 7b oder 7c. Stattdessen haben sie eine Zahl nach diesem °, die für die Buchstaben steht. Also war ich umgerechnet in der sechsten Klasse der 8. Jahrgangsstufe. In dieser verbrachte ich zwei Schulstunden. Den Nachmittag verbrachten wir mit unserem/er „corres“. Ich ging mit meinem Austauschpartner in die Musikschule in Lyon, da er ein leidenschaftlicher Cellospieler ist.

Donnerstag, den 4. April

An diesem Tag besuchten wir alle Sehenswürdigkeiten in Lyon: „Le Gros Caillou“, „La Maison des Canuts“ und „Les Traboules“. Die kannten wir ja schon ein wenig von unserem Schulbuch. Auch die „Basilique de Fouvière“ blieb nicht vor uns verschont. Zuerst schauten wir uns die Kirche von innen an und danach bekamen wir eine Gruppenführung, die auf dem Dach der Basilika endete. Da die Basilika auf einem Berg steht, hat man von dort einen Blick über ganz Lyon. Toll! 

Freitag, den 5. April

An diesem Tag wurde eine Steinzeithöhle besucht. Um genau zu sein, eine Nachbildung von ihr, da das Original, die „grotte Chauve“t, so einzigartig ist, dass sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Der Name der Replik ist „Caverne du Pont-d’Arc“. Wir fuhren drei Stunden lang in Richtung Marseille, aber diesmal mit einem Reisebus, um zu ihr zu kommen. In dieser 1994 entdeckten Höhle befinden sich unzählige Höhlenmalereien und Tierknochen. Man sieht Zeichnungen von längst ausgestorbenen Tieren und sogar Handabdrücke der Steinzeitmenschen. Für mich war der einzigartige Fußabdruck eines Urmenschen, der auf dem sandigen Boden zu sehen war, am beeindruckensten. Dass die Bilder, Knochen und anderen Überreste so gut erhalten sind, liegt daran, dass der Höhleneingang vor Urzeiten durch Felsbrocken versperrt wurde. Dies sorgte dafür, dass die Höhle hermetisch abgeriegelt war und somit über Jahrtausende hinweg konserviert blieb. 

Samstag 6. April und Sonntag, den 7. April

Für das Wochenende gab es kein schulisches Programm, das heißt, dass die Familien mit uns etwas unternehmen konnten. Da mein „corres“ in einer kirchlichen Gemeinde ist und diese für das Wochenende einen Besuch in einem Kloster vorgesehen hatte, durfte ich mitkommen. Ein anderer Junge, der auch in der Gemeinde ist, kam auch mit seinem deutschen Austauschpartner mit. Das Kloster war ein sehr schöner und interessanter Ort. Die Anlage war um eine Kirche herumgebaut und hatte auch Wiesen mit Schafen, Hühner und Pferden. Auch dort hatten wir ein zeitlich straffes Programm. Zuerst hatten wir ein sportliches Programm und danach Unterricht, der eine Mischung aus unserem Religions- und Ethikunterricht war. Wir nahmen auch ein einigen Gottesdiensten der hauseigenen Kirche teil.

Montag 8. April

Am Morgen gingen wir wieder in die Schule und wir wurden in Gruppen eingeteilt, um an verschiedenen Themen in deutsch-französischen Tandems zu arbeiten. Wir haben dazu auch Plakate gestaltet. Nach der Themenarbeit hatten wir noch eine sportliche Aktivität: Tanzen. 

Den Nachmittag hatten wir dann wieder frei und am Abend gab es eine Party. Der Schuldirektor richtete dort zuerst einige Abschlussworte an uns. Die Familien sorgten für ein Buffet. Die meisten Kinder haben mit ihrem „corres“ am freien Nachmittag einen Kuchen gebacken, so auch ich. Nach dem Buffet konnte man dann auch schon im Raum nebenan anfangen zu tanzen und machte das dann auch bis zum Schluss.

Dienstag, den 9. April

Und schon hieß es: „Au revoir et à bientôt“ à Wiesbaden! Morgens trennten wir uns von unseren Austauschfamilien, denn wir mussten die Rückreise antreten. Wir kamen am Nachmittag an und verbrachten den restlichen Tag mit unseren Familien und erzählten ihnen von unserer Zeit in Frankreich.

Ich kann nur jedem empfehlen, an diesem Austausch teilzunehmen, auch wenn er Arbeit bedeutet und kein Urlaub ist. Dennoch möchte ich auf diese Erfahrung nicht verzichten! 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr Informationen