Israelaustausch

Rückbesuch der Israelis

Von Charlotte Kreft und Luise Gosselck, 9d

Am Sonntag, dem 05. Mai kamen die israelischen Austauschpartner nach einer neunstündigen Reise endlich in Deutschland an. Nach drei Monaten des Wartens konnten wir sie endlich wiedersehen. Wir holten sie um 10.30 Uhr am Flughafen ab. Um so früh schon in Deutschland zu sein, mussten die Israelis um 1 Uhr morgens am Bahnhof in Haifa in einen Zug zum Flughafen steigen. Dementsprechend waren sie sehr müde, aber auch aufgeregt, uns endlich wiedersehen zu können.

Nach der Begrüßung fuhr jede Familie mit ihrem Gast nach Hause. Dort konnten die Austauschpartner etwas essen und sich ausruhen.

Am Abend des Tages gingen alle Schüler in der Stadt Eis essen. Die Israelis konnten sich so schon einmal einen ersten Eindruck von Wiesbaden machen.

Am folgenden Tag traf sich die ganze Gruppe zu einem gemeinsamen Frühstück in der Schule. Jeder brachte etwas anderes zu essen mit, sodass ein buntes Buffet zustande kam.

Danach konnten die Austauschpartner endlich die Schule besichtigen und unsere Freunde, die nicht am Austausch teilnahmen, kennenlernen. Auch eine Stunde unseres Unterrichts erlebten sie mit uns zusammen. Das war auf Grund der fremden Sprache besonders lustig, da wir versuchten, möglichst viel zu übersetzen. Später hatten wir in der Schule noch Zeit an unserem Projekt mit dem Thema „Mauern" zu arbeiten. Dazu bildeten wir Gruppen und planten eine kreative Arbeit zu diesem Thema: eine Geschichte, ein Gedicht, ein Song oder ein Rap. Vorher hatten wir natürlich etwas über verschiedene Mauern gelernt, besonders über die ehemalige innerdeutsche Grenze.

Nach einer amüsanten ersten Gruppenarbeit gingen wir in die Innenstadt Wiesbadens, wo wir den Austauschschülern endlich eine kleine Tour mit Sehenswürdigkeiten wie dem Römertor, dem Kochbrunnen oder dem Denkmal für die ermordeten Juden am Michelsberg anbieten konnten. Dazu hatten verschiedene Schüler kleine Vorträge über die Plätze vorbereitet, um die Tour interessanter zu gestalten. Mittagessen gab es in der Currywurst-Manufaktur, wo unsere Gäste aus Israel dieses typisch deutsche Essen probieren konnten.

Nachdem der Rundgang beendet worden war, blieb fast die ganze Gruppe noch zusammen in der Stadt, um zu shoppen oder sich Wiesbaden noch weiter anzuschauen.

Am Dienstagmorgen trafen wir uns alle am Bahnhof, wo wir mit dem Zug nach Rüdesheim fuhren. Von dort ging es mit der Gondel zum Niederwald-Denkmal, wo wir eine Wanderung und viele Fotos machten. Runter fuhren wir mit dem Sessellift. Dann hatten wir ein bisschen Freizeit und fuhren schließlich mit einem Schiff zurück nach Rüdesheim. Danach ging es mit dem Zug zurück nach Wiesbaden. Am Abend traf sich die ganze Gruppe bei einem Italiener in der Stadt, um den Geburtstag von Reine, einer israelischen Austauschpartnerin, zu feiern. Es wurde ein lustiger Abend, ganz ohne Lehrer. Erst spät gingen wir nach Hause. Dadurch fiel das frühe Aufstehen am nächsten Morgen nicht sehr leicht.

Wir trafen uns mit Gepäck an der Schule und fuhren mit einem Reisebus zu einem Salzbergwerk bei Fulda. Helme auf und los ging's!

Mit einem Fahrstuhl und dann einem Auto fuhren wir bis zu 800 Meter Tiefe, genannt Teufe, hinunter. Eine aufregende Fahrt mit Lichtershow, einer echten Kristallhöhle und dem Sprengen von Salz. Trotzdem waren wir alle auch wieder froh, als wir wieder an der Oberfläche waren und fuhren schon bald zu unserer Jugendherberge in der Nähe von Fulda. Am Abend spielten wir lange gemeinsam und hatten auch noch ein bisschen Zeit, unsere Projektidee weiter zu bearbeiten, nachdem wir in Vacha die ehemalige innerdeutsche Grenze besichtigt und in Merkers im Salzbergwerk auch etwas über diesen Teil unserer Geschichte erfahren hatten.

Am Donnerstagmorgen ging es mit viel Stress und Müdigkeit weiter mit dem Bus zu Point-Alpha. Wir erfuhren noch mehr über die Mauer, die damals Deutschland in zwei Teile trennte. Die Führungen waren in gemischten Gruppen in englischer Sprache und so mussten sowohl die Deutschen als auch die Israelis sich ganz schön anstrengen, um alles zu verstehen. Dann ging es nach Fulda in die Innenstadt, wo wir erst den Dom besucht haben und danach die Stadt auch ein wenig alleine erkunden konnten.

Anschließend ging es weiter nach Frankfurt in die Jugendherberge. Abendessen und dann ein Spaziergang am Rhein entlang bis zu einer kleinen Kerb, wo es ein paar Stände und es die Möglichkeit für ein Public Viewing gab: Das Frankfurt-Chelsey Spiel stand nämlich an. Am Freitag war Sightseeing und Shopping angesag - und zwar in Frankfurt City.

Doch bevor es so weit war, haben wir den Dom, die „neue“ Altstadt und insbesondere das Frankfurter Judendenkmal, bei dem wir den Gedenkstein für Anne Frank entdeckt haben, besichtigt. Aber dann ging es los. Eine Hälfte der Gruppe war erst shoppen und ist anschließend hoch auf den Wolkenkratzer der Helaba gefahren. Von der Aussichtsplattform konnte man fast ganz Frankfurt überblicken. Die andere Hälfte hatte über zwei Stunden Zeit, um einzukaufen und eine Kleinigkeit zu essen. Ob Schuhe, Klamotten oder Kosmetik, die Frankfurter Zeil hatte alles zu bieten! Die Austauschschüler hatten fast alle mehrere hundert Euro zum Ausgeben dabei, die sie ordentlich auf den Kopf gehauen haben. Wir lernten, dass Deutschland für die Israelis ein vergleichsweise günstiges Einkaufsland ist. Auch die Deutschen hatten die Möglichkeit, shoppen zu gehen, die die meisten auch ausgiebig genutzt haben.

Am Ende musste die Shopping-Gruppe fast eine halbe Stunde auf die andere Gruppe warten, aber dann ging es zur Jugendherberge und mit dem Gepäck zum Bahnhof.

Auf dem Heimweg nutzen wir die Zeit in der S1, um unseren Projekt-Ideen den letzten Schliff zu geben und für Sonntag präsentationsbereit zu sein. Zurück in Wiesbaden ging es nach Hause und es war Zeit zum Ausruhen.

Am Samstag gab es kein festes Programm und wir hatten die Möglichkeit, etwas Beliebiges mit unseren Austauschpartnern zu machen. Manche sind mit ihren Partnern noch einmal in die Wiesbadener Innenstadt gegangen, andere haben etwas mit ihrer Familie gemacht und ein paar von uns sind mit ihren Partnern bowlen gegangen.

Am Abend sind wir alle zusammen auf das Äppelblütefest in Naurod gegangen, auf dem manche einen ordentlichen Adrenalinkick bekamen, nachdem sie mit einem Fahrgeschäft durch die Luft geschleudert wurden. Es gab auch die Möglichkeit, etwas Leckeres zu essen. Leider war es kalt und nass, also sind wir nicht so lange geblieben.

Sonntag war dann auch schon der letzte Tag und wir sind zusammen mit der Nerobergbahn auf den Neroberg gefahren. Dort haben wir erst den Ausblick bewundert und haben anschließend im Steinkreis unsere Projektergebnisse vorgetragen. Es gab ein paar Gedichte und einen Rap-Song, die alle das Thema „Mauern“ in ganz unterschiedlicher Art und Weise aufgegriffen haben.

Zuhause gab es das letzte gemeinsame Mittagessen und dann ging es los zum Flughafen. Es war eine tränenreiche Verabschiedung. Ein letztes Gruppenfoto und dann sind die Israelis winkend und mit schwerem Herzen zur Sicherheitskontrolle gegangen. Die Zuürckgebliebenen durften sich noch einen Salzkristall nehmen und sind wieder nach Hause gefahren.

Der Austausch ist zwar vorbei, aber die neuen Freundschaften und Erfahrungen bleiben uns immer in unserer Erinnerung.

Die Schüleraustauschbegegnung wurde u.a. aus Mitteln des Programms Schulpartnerschaften mit Israel des Auswärtigen Amts gefördert und durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz unterstützt.

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