Modell Europaparlament in Berlin

Acht Leibnizschüler vertreten Hessen beim MEP

Von Fr. Hundt

Schwarzer (Hosen-)Anzug, Krawatte, akkurater Scheitel – selbstbewusst blicken die acht in die Kamera, die deutsche und die europäische Flagge im Rücken. Wer meint, es handelt sich hierbei um schwergewichtige Staatspräsidenten beim Gipfeltreffen, der irrt gewaltig. Ganz im Gegenteil: Es handelt sich um zwei Schülerinnen und sechs Schüler unseres Gymnasiums, die erst am vergangenen Freitag aus Berlin zurückgekehrt sind. Fünf von ihnen haben es gepackt und sind für MEP International nominiert worden. Eine starke Bilanz – kein Wunder, dass die ganze Schulgemeinde stolz auf diese Delegation ist. Nico (Ea) und Laurenz (Ed) „brennen“ auf die nächste Runde – und, wenn man sie so versiert und souverän über die Erfahrungen in Berlin parlieren hört, dann zweifelt man keine Sekunde daran, dass die beiden weiterkommen.

Auf Einladung des Modell Europa Parlament Deutschland e.V. (MEP) wurden die acht Leibnizschüler als Vertreter Hessens für eine Woche zu „Mitgliedern des Europäischen Parlaments“. Gemeinsam mit 150 Altersgenossen und -genossinnen aus ganz Deutschland haben sie in der Hauptstadt die Hemdsärmel hochgekrempelt und versucht, eigene Antworten auf aktuelle europäischen Probleme zu finden: Die breite Themenpalette reichte dabei von Bildungspolitik bis Klimawandel. Gemeinsam erarbeiteten sie in Ausschüssen Lösungen für wichtige politische Herausforderungen, Resolutionen wurden verteidigt - und zwar an keinem geringeren Ort als am Rednerpult des Bundesrates, was, so erzählen die beiden Schüler, ein erhabenes Gefühl gewesen sei. Ganze Nächte haben sie sich um die Ohren geschlagen, um, so erzählt Laurenz, auf alle möglichen Angriffe der Gegenseite vorbereitet zu sein: Die fünf Tage vor Ort waren, so der 16-jährige weiter, entsprechend „Adrenalin pur“.

Spannend war für die Auserwählten auch die Begegnung mit dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, dem derzeitigen Präsidenten des Bundesrates. Dass der sich in der Gesprächsrunde den unbequemen Kommentaren dieser kritischen Denker stellen musste, überrascht da kaum, und so musste er sich dann auch die Frage gefallen lassen, warum in seinem hohen Hause überhaupt Plastikbecher zugelassen seien. Für Politiklehrerin Anina Schulze, die die Delegation nach Berlin begleitete, ist es besonders wichtig, dass ihre Schützlinge lernen, sich aktiv einzumischen: „Beim MEP geht es um Learning by doing“, so die Pädagogin, was oft wirkungsvoller sei als das Studium dicker Handbücher. Ganz spielerisch, so Schulze weiter, lernten die Schüler, wie die EU funktioniere und sie trainierten, ihre Meinung öffentlich zu äußern.

Für die Besten wartet nun ein Bonbon der besonderen Art: eine Delegation von ihnen dürfen an einer internationalen EU-Parlamentssimulation teilnehmen. Jetzt braucht es das nötige Quäntchen Glück - denn fünf von den wenigen Nominierten sind Leibnizschüler. Vielleicht (oder hoffentlich ganz sicher) dürfen sie im Lauf des Jahres die Koffer packen, um nach Malta oder Stockholm fahren. Zeit, die Anzüge, einzumotten, bleibt also nicht, denn vielleicht heißt es bald: Koffer packen und auf nach Malta oder Stockholm. Wir drücken jedenfalls schon die Daumen!

Leibnizschule Mep Berlin 2019
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